Wer wie ich seine Plattensammlung auch (oder hauptsächlich) aus second hand Schallplatten aufbaut, der kommt in der Regel nicht darum, seine „Neuerwerbungen“ einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Da ich allerdings  keine Lust habe mehrere hundert Euro für eine Plattenwaschmaschine auszugeben, bleibt mir nur der Do It Yourself-Ansatz.
Aus den einschlägigen Foren habe ich mich über die verschiedenen Selbstbau-Modelle und deren Funktionsweise angesehen. Mein erster Anlauf bestand aus einem ausgedienten Plattenspieler (Kenwood ) und der sogenannten „cheap thrill „-Methode. Details dazu finden sich unter diesem Link.

Mit der Zeit packte mich aber doch der Ehrgeiz, eine DIY-Maschine mit Punktabsaugung zu bauen.

Hier sind ein paar Bilder vom Ergebnis:

DIY-Waschmaschine DIY-Waschmaschine Rückholkurbel für Absauger Doppelschalter (Plattenteller / Saugpumpe) Punktabsauger in Aktion Punktabsauger (Draufsicht) Punktabsauger (Frontansicht) Fadenrolle Vakuumpumpe Rückholfeder Abscheidegefäß Reinigungsbürste DIY-Waschmaschine
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Doppelschalter (Plattenteller / Saugpumpe)

Die größte Herausforderung war die Suche nach einer brauchbaren Vakuumpumpe die auch noch bezahlbar ist. Fündig wurde ich im Automobilzubehör. Eine Pumpe, die in einem Mitsubishi-Modell verbaut ist hab es bei pollin.de (Artikel ist heute leider nicht mehr verfügbar) – aber jede andere mit vergleichbarer Leistung (oder mehr) sollte auch gehen.

Die anderen Teile sind eine Bürste von der Oki-Noki , ein 12 Volt Netzteil für die Pumpe sowie ein Doppelschalter um das ganze zu steuern. Einer für den Plattenteller, einer für die Pumpe.

Als Reinigungsflüssigkeit nehme ich die klassische Mischung: 70% destilliertes Wasser, 30% Isopropylalkohol (aus der Apotheke) und der berühmte Tropfen Spüli, um die Oberflächenspannung der Mischung zu reduzieren, da sie sonst nicht in die Rillen eindringen könnte und vom Vinyl abperlen würde. Da die Absaugung von innen nach außen erfolgen sollte, habe ich den Saugarm mit einer Feder nach innen gelenkt und bewege ihn über die Handkurbel langsam nach außen. – Die Kurbel ist übrigens eine mini Drehorgel bei der der Faden über die Walze gewickelt wird. Sie sorgt für die richtige Übersetzung so dass ich durch gleichmäßiges Kurbeln die richtige Langsamkeit bekomme.

Der Prozess ist zwar immer noch teilweise manuell aber das Ergebnis ist überzeugend. Und der Regierungsvorgang hat auch irgendwie etwas Meditatives.